Donnerstag, 23. Januar 2014

Freitag 10.01.2014 – Holyhead, Bangor und ein 1. Abschied [Lisi]



Heute war unser Anglesey Trip geplant: Haltestelle Holyhead. So machten wir uns ganz früh ausm Bett. Nach gestern Abend und der Tatsache dass ich neben dem Anreisetag nicht mehr so früh aufgestanden bin, musste ich mich ein wenig aus dem Bett quälen. Mit einer Portion Porridge und Müsli im Bauch machten wir uns dann schnellen Fußes zum Bahnhof auf. Unser Zug hatte natürlich 20 min. Verspätung, dass hatte zwei Nachteile mit sich gebracht: 1. Wir hätten uns nicht so beeilen müssen, 2. Wir hätten noch länger schlafen können. Nunja, schlussendlich sind wir nach 2,5 h Bahnfahrt dann auch angekommen. Uns haben viele Leute gefragt, warum wir dort hin wollen. Und  ich muss sagen, alleine schon die Zugfahrt ist es wert, da der Zug an der Küste entlang fährt. Es war einfach toll aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft zu genießen. In Holyhead angekommen, machten wir uns erstmal auf den Weg in die Innenstadt. Dort besuchten wir die St. David Church und bestaunten den Trubel, der dort herrschte. Hier und da waren Ömchen und Öpchen, die putzen, saugten und alles herrichteten. In der relativ kleinen Kirche war das ein schöner Anblick. Ich vermute dass es Fremden genauso geht, wenn bei uns in Motzlar Kirchenputzen ansteht :D. Danach suchten wir die Touristeninfo und gingen schließlich ein wenig an der Küste entlang. In Holyhead selbst ist wirklich nicht viel zum anschauen. Und so beschlossen wir uns zum Leuchtturm (Lighthouse), nicht weit von Holyhead entfernt zu gehen. Da kein Bus fährt und laufen zu lange gedauert hätte, bestellten wir uns ein Taxi. Vorher jedoch probierten wir noch Pork Pie und Steak Pie. Esthers Steak Pie war mit Lamm und hat ihr ganz gut geschmeckt. Ich brauch meinen Pie nicht mehr so schnell zu essen, bin aber froh ihn mal probiert zu haben :D. Dann fanden wir noch 2 Autos: in blau und rot. Vermutlich nix besonderes, aber mit der Tatsache, dass wir beide passend je rote Jacke mit Rucksack und blaue Jacke mit Rucksack tragen irgendwie doch ganz lustig. (Im Zug heimwärts das gleiche Spiel, nur mit den Sitzen ;))
Mit dem Taxi sind wir dann zu South Stack gefahren, wo der Leuchtturm steht. Es hat natürlich wieder geregnet und heute war der Besuch des Leuchtturms auch nicht möglich. Na toll…Aber wir konnten fast bis zum Leuchtturm auf der kleinen Insel laufen- halt bis zur Brücke. Ach war das toll. Es hat geregnet, gestürmt und wir fühlten uns an der Küste wie die Herrscher über die Erde :D. Wir waren voll in unserem Element. Die Sicht auf die Küste bzw. Felshänge war super cool und die See zu beobachten wie sie an die Steine schlägt und schäumt war auch toll. So kämpften wir uns die mehr als 400 Stufen herunter bis zur Brücke und schauen in die Ferne- so gut hat das nicht geklappt, es war ziemlich verregnet und der Himmel verhangen. Aber trotzdem toll.

 











 Küstenflair!!!!!




Nach einer Stunde machten wir uns wieder zurück und das Taxi hat uns an den Bahnhof gefahren. Dort warteten wir dann auf unseren Zug und fuhren nach Bangor.

am Bahnhof
Bangor war ebenfalls verregnet. Wir liefen ein bisschen in dieser Universitätsstadt umher, besuchten die Kathedrale und machten uns schließlich ins nächste Café. Dieses war zufällig die gleiche Kette die es in Wrexham gibt und wo ich mit meinen Eltern, Hannie und Flori war. Dort bestellten wir uns Tee und Kuchen. Ich aß Eccles Cake, ein Art Butterküchlein welches mit Rosinen gefüllt ist. Esther wählte  Welsh Oatie. Dies war ein Kuchen aus Haferflocken und obendrauf Schokocreme. War auch sehr gut, aber sehr füllend. Mich hat es ein wenig an Plätzchen erinnert, die wir letztes Jahr daheim gemacht haben, halt nur als Kuchen ;). Dann schlenderten wir noch ein wenig durch die Straßen, bis wir uns dann zum Zug machten und Müde die Heimreise antraten.
mmm lecker...den Kuchen werde ich vermissen :-D
Am Abend feiern Arnaud, Melanie und ihr Freund Guillaume Abschiedsparty. Es ist ihre letzte Nacht bevor sie die Heimreise nach Frankreich antreten. Der Abend war richtig richtig richtig toll. Hab mich super wohl gefühlt und es hat einfach mal spaß gemacht zusammen zu sitzen, reden, trinken. Halt so ein bisschen wie daheim :D. Esther und ich waren mit die ersten Gäste, weil wir eigentlich nicht ganz so lange bleiben wollen- eigentlich. So haben wir dann mit 7 Leuten verschiedene Trinkspiele gespielt. Am Anfang Black or Red (vom letzten Mal), gefolgt von 21 und schließlich Cirlce of Fire. Es war einfach nur lustig. Muss mir unbedingt ne Liste mit den ganzen Trinkspielen machen :D. Danach kamen immer mehr Studenten und wir haben uns einfach nur noch unterhalten. Ach war das schön. Mir hat es echt super gut gefallen. Esther hatte leider schneller die Lust verloren. Sie will morgen wieder mit Tom Off-Road gehen und muss gegen 9 Frühstücken und dann fit sein. Denke mal das hat die ganze Zeit im Kopf rumgespuckt. So traten wir dann schließlich unsere Heimreise in die WG an und wurden sogar noch von Mohamed (Mo) mitgenommen. Da brauchten wir noch nicht einmal laufen. Zur Erklärung: Mo ist auch ein Deutscher, wohnt gegenüber vom Stadium und war auch auf der Abschiedsparty.

Trinkspiele:

Black or Red
Es gibt ein Spielführer und der verteilt verdeckt Karten und fragt die Mitspieler fragen. Wenn sie richtig liegen, dürfen sie sagen wer trinkt. Liegen sie falsch, müssen sie trinken.
                                     1. Runde: Black or Red Card? (1 Schluck)
                                     2. Runde: Higher, lower, equal -> zu der vorherigen Karte (2 Schluck)
                                     3Runde: Inside, Outside ->zwischen den 2 vorherigen Karten (3 Schluck)
                                     4. Runde: variabel, im Grunde werden Karten aufgedeckt und wer die Zahl vorher hatte muss entweder trinken oder darf bestimmen (bis zu 5? Schlucke) :D 
 Man darf  dann aber bei mehreren Schlucken mehrere Leute wählen, dass jeder nur einen hieb nimmt.

21
Es wird bis 21 gezählt. Wer die 21 hat denkt sich eine Regel anstelle einer Zahl aus. Wer nicht daran denkt muss einen trinken und fängt wieder bei 1 an zu zählen. Das wird dann von Runde zu Runde komplizierter- ist aber sau lustig :D
Circle of Fire
Es wird ein Kartenkreis gelegt und jede Karte hat eine andere Bedeutung. Dieses Spiel ist ähnlich wie das deutsche, nur mit unterschiedlichen Aufgaben.





Montag-Donnerstag 06.01.-09.01.2014 [Lisi]


Am Anfang der Woche stand erst einmal viel Arbeit an. Wir mussten Montag und Dienstag die Assignments von 2 Fächern abgeben. Da wir (oder bessergesagt ich) über Weihnachten alles andere als fleißig waren, hieß es jetzt noch schnell Zähne zusammenbeißen und durchpauern. Haben dann schließlich alles rechtzeitig übermittelt und waren heilfroh, dass wir die Sachen abschließen konnten. 

Mittwoch wollte ich mal wieder zum Zumba. Da Esther dafür nicht zu begeistern ist habe ich Anna gefragt, ob sie mitkommt. Zusammen macht das doch mehr Spaß, als alleine. Das Problem: Zumba fängt erst nächste Woche an.  So haben Anna und ich uns dann 1 Stunde vor der Turnhalle festgequatscht und ersteinmal von Weihnachten und Silvester erzählt. War auch nicht schlecht, aber eigentlich hatte ich mich schon auf Bewegung gefreut.

Am Donnerstag hatten wir dann unsere finale Viva für IT Project Management- das Fach mit der Bankgruppenarbeit. Da wir am Ende hin dann doch ganz gut zusammengearbeitet haben und ein recht gutes Ergebnis herausgekommen war, war ich zuversichtlich. Kurz vor beginn der „Präsentation“ hat mich Esther mit ihrer Nervosität angesteckt und ich wurde auch ganz hippelig ;). Da Denis nicht mehr nach Weihnachten zurückgekommen ist, hat er die Viva mittels Skype beigewohnt. Leider war das nicht ganz so einfach, weil er uns nicht richtig verstanden hat. Ansonsten schon sehr cool :D. Die Viva war eigentlich gar nicht schlimm. Sie haben erst unsere Arbeit etwas bewertet und dann Fragen über unsere Zusammenarbeit gestellt. Alles halb so wild. Nach 20 min. war es dann auch schon vorbei und wir hatten den ganzen restlichen Tag frei zur Verfügung. (An sich haben sie auch unsere Arbeit gelobt, sodass wir dieses Fach auch recht gut abschliesen werden.)
Und es war ein schöööööner restlicher gammeltag :D. Ich habe mich ein wenig für Cardiff informiert und schon mal Hostels rausgesucht. Schließlich geht es da am Montag schon hin. Am Abend kam noch Anna und wir planten ein wenig unseren Schottlandtrip. Da freue ich mich auch schon drauf. Später trafen Esther und ich mich mit Nathalia. Wir wollten ein bisschen auf unsere Gruppenarbeit anstoßen, leider konnte Aydar nicht. So machten wir uns zu dritt los in die Stadt. Eigentlich wollten wir erst zum Cent gehen, aber da war gar nichts los und die Musik war so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte. Nun ja, hier gibt es ja genügend Möglichkeiten. Unsere 2. Anlaufstelle war das 1-to-5, ein Pub/Club. Hier waren wir noch gar nicht. Jedoch auch hier: keine Leute. Wir waren vermutlich einfach zu früh. So tranken wir Cider und nach dem Getränk gingen wir zum Ironworks. 

Natalia, ich und Esther :)
Hier war es auch nicht sooo besucht, aber ein paar Betrunkene haben getanzt. Da wir ja eigentlich auch tanzen wollten, gesellten wir uns am Rand der Tanzfläche- immer schön im Abstand ;). Nach und nach füllte sich der Schuppen und es wurde ein noch schöner Abend….gegen 12 machten wir uns dann zurück, schließlich gibt’s morgen um 7Uhr schon wieder Frühstück:D.

Sonntag, 05.01.2014- Tag der Hinreise [Lisi]



Heute Morgen sind wir schon ganz früh ausm Bett gekrochen- es ist wieder soweit: wir fahren wieder nach Wrexham! So richtig darauf freuen konnte ich mich noch nicht. Daheim ist es einfach zu schön :).
In Frankfurt angekommen lief dieses Mal alles wie geschmiert. Sind ja jetzt geübt. Mein Koffer ist neu, die Rollen perfekt und drin ist auch kaum was- die besten Voraussetzungen für unkompliziertes Gepäck. Esther hatte da schon etwas mehr eingepackt, aber vermutlich sah es einfach nur mehr aus als es tatsächlich war. Der Flug war ganz ok. Ich bilde mir sogar ein, dass wir heute mehr Komfort hatten wie das letzte mal. In Manchester angekommen haben wir dann erstmal unser Gepäck abgeholt. Es hat ewig gedauert bis ich meinen Koffer wieder  hatte, aber der war Gott sei Dank dann doch noch gekommen.

Sind dann mitm Zug in die Stadt gefahren und haben dort am Bahnhof unsere Koffer verstaut. Dann ging es zum Sightseeing. Nur blöd, dass wir uns beide vorher nicht wirklich informiert haben. So gingen wir erst einmal Richtung Innenstadt. Wir fanden ein Riesenrad und machten mit diesem eine Entdeckungstour von oben ;). Also ehrlich gesagt sieht Manchester von oben jetzt nicht so gut aus. Ist halt mehr eine „Arbeiterstadt“. Danach haben wir die Touristeninfo  gesucht. Das war gar nicht so einfach und die Schilder haben uns auch irgendwie verarscht ;). Aber nach einer Zeit haben wir sie dann doch noch gefunden. Und wir hatten glück, denn heute sollte noch eine Stadtführung stattfinden. Aber vorher hatten wir noch etwas Zeit und so machten wir uns wieder los. So sahen wir China Town und entschieden uns nach langem Hin und Her für ein Chinesisches Buffet. Das war echt super lecker! Da wir nicht ganz so viel Zeit hatten, eilten wir nach dem Essen wieder zur Info…wie sollte es anders sein: wir haben die Tour verpasst ;).

Haben dann noch versucht die Führung zu finden, aber ohne Erfolg. So machten wir unsere eigene kleine Tour durch Manchester und landeten schließlich bei der alten Library. Einfach wunderschön! Richtig richtig toll, halt noch ein tolles altes Gemäuer und der große Lesesaal ist einfach der Hammer.
Wie man sich halt eine alte Bibliothek vorstellt. Das Beste daran war, das man sich hier wirklich rein setzen kann und seine Sachen erledigen darf. In den versteckten Ecken saßen Studenten?! und arbeiten an ihren Unterlagen. Das hat schon was. Nichts gegen unsere Bibo in Schmalle, aber das hat dann natürlich mehr Flair. 
der große Lesesaal
Nach der Library gingen wir zum Schlittschuhlaufen. Wir kauften unser Ticket und wollten gleich aufs Eis. Wäre ja gelacht, wenn das funktioniert hätte. Wir mussten nun warten, bis unsere „Schicht“ anfängt. So suchten wir erst einmal den nächsten Tesco auf und kauften das nötigste für die Woche ein. Schließlich ist unser Kühlschrank nach den Ferien leer ;). Nach dem einkaufen war es dann soweit: wir durften auf das Eis. Es hat mega Spaß gemacht! Die  Bahn war halt schon ziemlich verkratzt und klein – kein Vergleich zu Erfurt – aber ging schon. Esther war schon ewig nicht mehr Schlittschuhlaufen und meinte nur so, dass sie bestimmt noch am Boden liegt. Am ende war es ich, die das Eis küsste ;). Überall standen Hilfen für Kinder zum Schlittschuhlaufen rum, da konnte ich mich nicht verkneifen mir auch nen Pinguin zu schnappen. Muss auch echt sagen, es ging viel besser mit Stütze;). Dann gab es noch Figuren wo sich jemand hinsetzen kann und einer schiebt. Das haben wir natürlich auch ausprobiert. Dann wurde die Bahn geschlossen und wir mussten die Schuhe wieder abgeben. Aber es war eine super Idee.
Da wir noch etwas Zeit hatten bis der Zug kommt, haben wir uns noch eine Kathedrale angeschaut und sind mitten in einem Gottesdienst gelandet- schließlich war „Three kings day“. So haben wir uns das noch kurz angeschaut und haben uns dann zum Zug gemacht.
Abends sind wir dann gut in Wrexham angekommen und wurden von allen herzlich begrüßt. Ach es ist echt schön, wieder zurück zu sein!

Mittwoch, 22. Januar 2014

Freitag, 20.12.2013und Samstag, 21.12.2013 – Heimwärts dauerts etwas länger [Ennie]

Am Freitag ging es dann also in Richtung Heimat - mit dem Zug.

Um zwei sollte der Zug ab Wrexham fahren, also hatten wir noch einen schönen Vormittag um gemütlich zu frühstücken uns fertig zu machen und zu verabschieden.

Eine schöne Episode gab es an diesem Morgen noch: Wir haben auf unseren Sofas gesessen und in den Hof geschaut. Alle haben da gerade ihren Müll weggebracht, ehe sie nach Hause fuhren, unter anderem auch Bastien. Er stand da so ganz verzweifelt vor den vielen Containern und hat nach dem richtigen für seine Flaschen gesucht. Hier? Mmmmh… nee… da? Auch nicht.. Wohl doch eher da drüben. Das war echt ein Schaupiel!

Nunja, dann wollten wir zum Zug und wie das bei uns so ist waren wir natürlich wieder spät dran und mussten rennen, wie immer – und ich mit dem mega schweren Koffer mit all dem Käse und Kuchen drinne. Aber man muss sich nur dumm anstellen und schon wird einem überall geholfen :-)

Also so saßen wir dann also im Zug nach London. Umsteigen in Chester und um halb 5 waren wir in London Euston. Auf dem Weg zum Bahnhof St. Pancras, von dem unser Anschlusszug gehen würde, haben wir natürlich nicht so viel gesehen, weil die beiden Bahnhöfe ziemlich nahe beieinander sind, aber der Cappuccino und Kuchen im Starbucks hat trotzdem sehr gut geschmeckt. Dort haben wir dann mit all unserem Gepäck gesessen, mit Blick auf die Straße, um die Doppeldecker vorbeiziehen zu sehen. Doch auch dann hatten wir noch jede Menge Zeit und so sind wir also zu einem dritten Bahnhof gegangen: King´s Cross, genau neben St. Pancras. Dort wollten wir Gleis 9 ¾ von Harry Potter besichtigen, aber da kommt man leider nur mit Fahrkarte hin. Aber wir haben einen kleinen Laden direkt daneben gefunden, der lauter Harry Potter Kram verkauft: Pullover, Zauberstäbe, Schokofrösche… Ich habe ein One Way Ticket nach Hogwarts gekauft :-)
Cappuccino in London. Seht ihr den rote Doppeldecker - der Beweis :-)

Lisi mit einem One Way Ticket nach Hogwarts -
ich konnte sie gerade noch dazu überreden mit mir heim zu kommen ;-)
Danach zurück zu St. Pancras und im abgesperrten Bereich anstellen für den EuroStar. Dort haben sie uns gefilzt wie auf dem Flughafen, aber alles lief glatt und ohne Probleme – wie eigentlich die gesamte Reise! Danach hatten wir noch ein bisschen Zeit und haben uns im Aufenthaltsbereich herumgetrieben, aber es dauerte nicht lange und wir konnten um halb 8 einsteigen. Ich hatte wieder wirklich Glück mit dem Koffer, denn es war verdammt eng im Abteil. Draußen war es schon dunkel und so haben wir überhaupt nicht bemerkt, wann wir im Tunnel unter dem Channel waren. Wir haben die ganze Zeit gequatscht – auf Englisch, um es nochmal richtig zu genießen, so lange wir auf britischem Boden sind. Aber die Zeit verging rasend schnell und bald waren wir um halb 11 in Brüssel-Midi.

Als erstes gab es Abendbrot. Wir haben es uns im Wartebereich gemütlich gemacht und unsere Brote und Wurst und Äpfel und Tee ausgepackt und gefuttert. Es war zwar ziemlich zugig, aber so warm eingepackt ging das schon :-) Jaja, auf Reisen lässt es sich wohl speisen. Besonders ihre Milchbrötchen hatten es Lisi angetan!
Dann begann die große Suche nach einer Toilette, weil wir uns für unseren 7-stündigen nächtlichen Aufenthalt herausputzen wollten. Doch der Bahnhof war trotz seiner relativen Größe ziemlich ausgestorben und die Toiletten waren abgeschlossen…. Also haben wir uns dort im Wartebereich ein bisschen umgezogen und frisch gemacht und alle Leute haben uns angestarrt, aber das war ok :-) Danach mussten wir noch unser Gepäck loswerden. Es gab zwei Optionen: Schließfächer oder Schalter. Aus den Schließfächern sind wir nicht schlau geworden, aber da kam schon der Typ vom Schalter und hat uns angeboten, das Gepäck bis zum nächsten Morgen kostenlos einzulagern. Ganz wohl war uns dabei nicht, weil wir dann ja noch nicht einmal eine Quittung hatten, aber wir haben mal Vertrauen in die Menschheit gehabt.

Dann machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, durch zwar große, aber runtergekommene und leere Straßen hindurch – war schon ein bisschen skurril. Aber bald kamen wir in den Stadtkern und kleine Gässchen mit Bars und da war es schon richtig belebt. Wir haben uns den Grand Place angesehen, der so bombastisch zurecht gemacht ist mit den ganzen repräsentativen Palästen drumherum, wie der Rest der Stadt abgeranzt ist. Dann sind wir in eine Cocktailbar und haben einen Rapsberry(nicht Raspberry! :-)-Cocktail getrunken. Dann sind wir ziemlich müde geworden und abgesackt und haben die englische Sprache um uns herum, die Pounds, die klebrigen Pubtische vermisst und über alte britische Zeiten geschwafelt.

Grand Place in Brüssel

So konnte es jedoch nicht weiter gehen. Also: Raus und nach einem Club zum Tanzen suchen. Und genau gegenüber war auch schon einer! Er war nicht schlecht besucht und ziemlich cool, aber die Leute haben ziemlich zurückhaltend getanzt. Das hat für uns natürlich bedeutet, dass wir für sie mittanzen müssen und ab gings. Das hat echt so Spaß gemacht!!! Zwischendurch sind ein paar Belgier (?) zu uns gekommen, haben n bissl getanzt und uns dabei, sagen wir mal, in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, aber wir haben uns ziemlich schnell wieder freigetanzt. Danach sind wir ein bisschen durch die leere Stadt gebummelt, durch eine Passage mit ganz vielen Chocolatiers durch (schade, dass es Nacht war und die geschlossen hatten) und weiter. Wir sind an einem geschlossenen British Pub vorbeigekommen, da waren wir wieder ein wenig melancholisch….
Kaum einen Tag weg und schon vermissen wir unsere Pubs...
 
Aber wir sind in einen Irish Pub! Dort haben uns dann zwei Italiener in miserablen Englisch angesprochen, also haben wir die Unterhaltung auf ein Minimum beschränkt und lieber weitergetanzt. Doch auch dort hat es uns nicht ewig gehalten und wir sind weitergezogen. Unterwegs lag dann ein Mann auf der Straße, total betrunken und als wir ihm helfen wollten sind ein paar Typen, die in der Nähe standen zu uns gekommen und haben uns angequatscht. Es waren in Belgien lebende Deutsche,  Niederländer und was weiß ich noch alles. Dem Mann wurde dann auch noch irgendwie aufgeholfen, immer mit dem Kommentar: „Das ist eben Brüssel, einfach nur abgef***t!“ Sie haben uns dann noch eingeladen mit ihnen in eine Bar zu gehen, die nicht weit weg war, auch nicht weit weg vom Bahnhof. Das war echt eine verruchte Opium-Höhle: Lauter intellektuelle, fertige Leute die irgendwelches komisches Zeug getrunken und geraucht haben. Ich musste die ganze Zeit niesen. Dort sind wir dann auf noch mehr Freunde von den Deutschen getroffen und haben schöne Schwätzchen gehalten – echt schräg! Aber die Zeit war schon fortgeschritten und so mussten wir uns bald verabschieden und zum Bahnhof zurück schlendern.
Die Opium-Höhle
Dort haben wir unser Gepäck abgeholt, vollständig und unversehrt, und uns bei dem Bäcker reingesetzt, der gerade aufgemacht hatte. Es gab Tee und Waffeln und Croissons, aber nicht so wie die typischen die man kennt sondern mit Fruchtgeschmack und ein bisschen fester. Und wie das bei uns halt so ist, haben wir die Zeit vergessen und mussten am Ende wieder zu unserem Zug rennen :-) Wäre ja sonst auch langweilig!

Frühstück in Brüssel - natürlich mit Waffeln!

Im Zug nach Frankfurt haben wir dann schön entspannt, geschlafen und gedöst. Kurz mussten wir noch auf unser Gepäck aufpassen, weil am nächsten Bahnhof offenbar besonders viele Taschendiebe ihr Unwesen treiben. Jetzt waren wir wieder unter Deutschen, doch es ist uns mehr als einmal passiert, dass wir sie auf Englisch angesprochen haben. In Köln gab es dann ein wunderschönes Morgenrot! Und in Frankfurt Flughafen haben wir ein leckeres Baguette genossen, bis dann der letzte Zug bis Fulda bzw. Gotha eintraf. Wir waren immer noch ziemlich müde, aber zum Schluss hin haben wir unsere mitgebrachten Christmas Cracker aufgemacht (diesmal sogar mit Erfolg!), die Kronen aufgesetzt und alle haben sich gefreut. Auch die Reste unserer Belgischen Waffeln haben wir uns schmecken lassen, die haben richtig grobkörnigen Zucker in der Mitte.
Naja, und wie Mittags die Widersehen mit Florian bzw. Christian und später mit Familie und Freunden verliefen, brauche ich wohl nicht zu beschreiben :-)

Dienstag, 17.12.2013 bis Donnerstag, 19.12.2013 – Die letzten Tage [Ennie]

Am Dienstag hatten wir dann nochmal Vorlesung, nachmittags hat Lisi noch mit Dokumenten für das Projekt zu kämpfen gehabt und ich habe die ganze letzte Woche mit Blog-Eintrag-Verfassen nachgeholt. Abends hieß es dann noch kurz Pole Dancen aber das wurde dann auch abgesagt.

Übrigens haben wir jetzt auch einen wunderschönen Zettel an unserer Küchentür hängen, der das Stehlen von Essen untersagt. Wir haben es ja schon zu Anfang des Semesters erlebt, dass unser Essen auf mysteriöse Weise verschwindet, aber scheinbar ist das jetzt auch bei den anderen vorgekommen. Und so besagt dieser sehr ernstzunehmende und höchst offizielle Zettel, dass man doch bitte eine Liste mit allen gestohlenen Lebensmitteln inklusive Quittungen anlegen soll und der Dieb seine Tätigkeit bitte aufgeben soll. Kein Wunder: Bei uns leben ja inzwischen mehr Leute von anderen Fluren als eigentliche Flat-Bewohner.

Eigentlich dachten wir, dass wir am Mittwoch nochmal 3D-Vorlesung haben würden, also sind wir frühs hingetigert, doch da war niemand. Nach einigem Nachfragen hat uns unser Prof dann eingeladen am Nachmittag bei ihm vorbei zukommen, er habe was Tolles vorbereitet – so ganz haben wir es nicht verstanden. Also gings nachmittags in das TechniQuest-Gebäude und in ein Labor. Dort war schon alles vorbereitet. Wir waren die Probanden. Es ging um folgendes: Zur Zeit gibt es Studien an einer bestimmten Brille, die dich in eine echte 3D-Umgebung hineinversetzt, also die du nicht nur auf dem Bildschirm siehst, wie wir das kennen, und die vorallem für Games genutzt werden soll. Allerdings bedeutet das eine enorme Belastung für den Kreislauf, weil man sich ja selbst nicht bewegt. Deswegen testen sie gerade, wie sich unser Herzschlag etc. dabei verändert. Am Anfang hat der Prof uns ein bisschen eingeführt und erzählt, dass ein paar geko… haben und einer auch zu heulen angefangen hat. Naja, mir ist etwas mulmig geworden, aber wir wollten es definitiv probieren! Also hat einer nach dem anderen das Herzchlag-Messgerät angelegt und die Brille aufgesetzt und alle anderen, werden vielleicht so 5 Leute gewesen sein, haben sich drumherum gestellt, um ihn aufzufangen, wenn er schwanken oder hinfallen sollte. Zuerst haben wir einen Testlauf durch eine Villa gemacht. Wir konnten 360° um uns herum schauen, auch oben und unten, aber der Prof hat uns virtuell laufen lassen, sodass wir das Fortbewegen nicht steuern konnten. Das ist wirklich schräg, weil man die Bewegung sieht, aber nicht fühlt! Aber auch toll, in so einer Umgebung zu sein! Dann gings weiter mit dem eigentlichen Test: Eine Achterbahn in einer Mittelalterstadt. Nur gut, dass ich vorher noch nie in echt gefahren bin… (hab dafür später noch ne extra Fahrt bekommen)!! Das war echt verrückt, weil du ständig dachtest, dass es dich aus den Kurven wirft und du dich selbst auffangen wolltest, weswegen man auch ziemlich geschwankt hat. Bei einem war es ganz heftig, aber alles ging gut und alle waren ganz begeistert! Lisi war danach noch ein wenig schwummrig, aber bei mir gings eigentlich. War auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!

Das ist die mysteriöse Brille!
 Nachmittags haben wir geputzt/gepackt/eingekauft.

Abends hatten wir dann Karten für „The Little Shop of Horrors“ – das Musical, das unsere Mitbewohner einstudiert haben. Das war echt genial! Tolles, großes Ensemble (von denen geschätzte 90% mindestens schon einmal bei uns mit in der Küche waren :-)), tolle Sänger, Schauspieler und Tänzer. Die haben sich auch echt gefreut, dass wir da waren! Das sind schon sehr spezielle Leute!

Am Donnerstag stand dann das letzte Treffen mit unserer Projekt-Gruppe an. Die ganzen Dokumente mussten fertiggestellt und in Form gebracht werden. Wir haben geackert wie die Blöden und waren am Ende absolut fertig mit den Nerven. Über Weihnachten wir es trotzdem noch einiges zu tun geben… *seufz*

Am Nachmittag haben wir unsere Reisevorbereitungen getroffen und alles fertig gemacht. Ich war noch schnell einkaufen und habe Tonnen an Käse und Kuchen für die Horden daheim gekauft. Auch in der Stadt waren wir nochmal, weil ich etwas besorgen wollte und wir uns mit Gaspi treffen wollten. Wir hatten nämlich angenommen, dass wir ihn im Januar nicht nochmal sehen und wollten ihm seine Kletterschuhe zurückgeben und uns verabschieden. Also sind wir noch ein bisschen im Yale-Pub abgesackt… war auch mal ganz nett!

Abends haben wir uns mit Anna, Marc, Bastien, Gabriel, Gaspi und Nadine (ein neues deutsches Mädel, dass wohl auch Klettern geht) getroffen – erst wieder im Yale Pub, aber dann sind wir in einige andere Clubs weitergezogen, haben getrunken, Kicker gespielt und ein bisschen getanzt. Nach und nach haben sich alle verabschiedet und es ist auch nicht super spät geworden. Kurz bevor wir heim sind habe ich dann auch einen Haufen Münzen auf der Straße gefunden und an alle verteilt – wir finden hier irgendwie ständig Geld. Spontan sind wir dann am mitten in der Nacht noch mit Marc ins McDonalds und haben uns einen eigenartigen, „gesunden“ Burger bestellt, den ich von zu Hause nicht kenne. Ich weiß schon gar nicht mehr wie er hieß, war so ein besonderes Programm.

V.l.: Marc, Anna, Nadine, Bastien, Lisi, Gabriel
Ein schöner letzter Abend im Wrexham des Jahres 2013!
 Und dann brach die letzte Nacht in Wrexham für dieses Jahr an.

Montag, 16.12.2013 - Business Christmas Lunch [Ennie]

Am Montag gab es wieder das obligatorische Treffen mit dem Projekt-Team und obwohl sie wieder zu spät kamen, hatte ich das Gefühl, dass sie mehr motiviert waren als sonst. Ob es daran lag, dass das Ende in Sicht ist oder an der Vorfreude auf das gute Mittagessen? Wir hatten nämlich für Mittag einen Tisch im Uni-Restaurant gebucht, weil sie dort gerade ein echtes Christmas Meal für nur 9 Pfund anbieten. Leider hatte ich vollkommen vergessen, meine Mails zu checken und so nicht bemerkt, dass man im Voraus bezahlen muss. Aber das ließ sich dann schnell vor Ort klären. Der Tisch war schon schön mit Christmas Crackern (an denen wir wieder wie schon beim Club-Dinner gescheitert sind, außerdem verstehen wir die Witze nicht, die darin sind, dafür sind wir nicht britisch genug...), Servietten, etc. geschmückt und es lief Weihnachtsmusik – toll! Es gab verschiedene Speisen zur Auswahl, bis auf Denis hatten wir als Hauptgang Traditional Turkey Roast: Truthahn-Braten, Pastinaken, Möhren, Rosenkohl, Roast-Kartoffeln, Bratensoße, Kugel aus Stuffing (Füllung für Braten), Pigs in Blankets (in Bacon gewickelte Mini-Würstchen) und Cranberry-Marmelade. Lisi hatte dann als Nachspeise eine Chocolate & Raspberry Tarte, fast wie Mousse au Chocolat, und ich den Traditional Christmas Pudding mit Vanillesoße. Der Pudding selbst ist einfach wie ein Früchtebrot und die Soße ist nicht sehr süß, was echt gut ist. Leider gab es nicht die typische Branntweinsoße (wir hatten ja auch noch den halben Tag vor uns ;-). Die Jungs hatten eine Käseplatte. Dann gabs für jeden noch einen Mince Pie und Tee bzw. Kaffee. Alles sehr viel und sehr gut – war richtig schön, so mitten an einem x-beliebigen Montag!!! Und wir können es gleich als Geschäftsessen für unser Project verpacken – wirkt doch sehr professionell oder? :-)

V.l.: Aydar, ich, Lisi, Denis, Natalia
Danach haben wir weitergearbeitet und waren einkaufen und abends sind Lisi in die Uni, um mit dem Film Club „The Grinch“ mit Jim Carrey zu gucken. Wir waren die einzigen, aber es war trotzdem schön. Den Film mochten wir beide nicht, mit einem Wort: Strange!! Trotzdem gab es eine lustige Szene, als Max, der Hund vom Grinch, genießt hat und der Grinch ihm urplötzlich auf Deutsch „Gesundheit!“ gewünscht hat – wir mussten so lachen!! Lisi hat dann noch ihr Handy vergessen, aber so haben wir wenigstens mitbekommen, dass wir nachts mit unserer Studentenkarte in das Gebäude einbrechen kann, wenn es abgeschlossen ist ;-)

Übrigens haben wir heute auch unsere Noten für die Vending Machine in Programmieren bekommen. Wir haben beide ein B, was nach A und B+ wirklich annehmbar ist!